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Geschichte

Aller Anfang ist schwer. Von der guten Idee bis zum ersten Spatenstich sind viele Hürden zu nehmen.

12.11.1976: Bei der Bürgerversammlung des SPD-Ortsvereins Vogelsang wird die Idee geboren, einen 2. Kleingartenverein in Gevelsberg zu gründen. In der Anlage am Kirchwinkel sind keine Parzellen mehr frei und die Nachfrage ist groß.

10.12.1976: Im Westfalensaal bei Marlinghaus leitet SPD-Ratsherr Heinz-Walter Lingemann die Gründungsversammlung des 2. Gevelsberger Kleingärtnervereins. Der Initiator Friedhelm Lazarus wird zum ersten Vorsitzenden von 29 Gründungsmitgliedern gewählt.

26.01.1977: Erste Jahreshauptversammlung im Westfalensaal in Vogelsang. Die offizielle Vereinsgründung wird vollzogen. 36 Anwesende entrichten 20 DM Aufnahmegebühr und werden damit die ersten "richtigen" Mitglieder. Alle sind zuversichtlich, bald den ersten Spatenstich machen zu können. Als Grundstück favorisiert die Stadt das eigene Gelände im Westfeld - Krabbenheider Bach.

28.06.1977: Unter dem Namen "Kleingärtnerverein Gut Grün Gevelsberg" wird der Verein in das Vereinsregister eingetragen. Das Finanzamt hat die Gemeinnützigkeit anerkannt.

05.07.1977: Der Rat der Stadt beschließt als Standort "Im Westfeld".

14.10.1977: Der Standort Westfeld wird nach Einsprüchen des Ruhrverbandes und der unteren Naturschutzbehörde ad acta gelegt. Da kein weiteres eigenes Grundstück zur Verfügung steht, prüft die Stadt den Ankauf von ca 8,5 ha im Sundern. Mittlerweile 60 Mitglieder und etwa noch einmal soviele Interessenten warten ungeduldig auf ein Ergebnis.

30.03.1978: Die Kaufverhandlungen für 85.000 qm Land im Sundern sind abgeschlossen. Die bereits auf dem Gelände vorhandene Laubenkolonie kann einbezogen werden.

16.05.1978: Die Änderung des Flächennutzungsplanes wird in der Presse veröffentlicht.
Zahlreiche Bedenken der Anlieger und diverser Institutionen werden laut.

30.11.1978: Die Stadt gibt nach mehreren Einsprüchen den Bebauungsplan mit der Nummer 32 in Auftrag. Mit einem zügigen Baubeginn ist jedoch nicht zu rechnen, es fehlen z.B. noch die Vermessungsunterlagen; außerdem sind im Haushaltsentwurf für 1979 noch keine Finanzmittel eingestellt.
Die ersten Mitglieder verlassen frustiert den Verein und orientieren sich in den Nachbargemeinden.

30.03.1979: Der Bebauungsplan wird mit 2 Vorschlägen veröffentlicht: einmal mit 120 und einmal mit 108 Gärten. Der erste Vorschlag wird bereits kurze Zeit später vom Ruhrsiedlungsverband abgelehnt.
Ein "neues" Problem taucht auf: der Landwirt im Niederbröcking hat ein Wegerecht auf seine Felder von der Wittener Straße aus. Die Zufahrt an der Bushaltestelle muss jedoch nach Forderung des Landesstraßenamtes geschlossen werden. Hierüber lässt sich reden, aber die nächste Hürde ist höher. Die Erschließung des Geländes wird mit 1,4 bis 1,6 Millionen DM angenommen, die bis 1982 nicht in den Haushalten untergebracht werden können. Allein die Verbreiterung des Sunderwegs soll 1980/81 mit je 180.000 DM vorgesehen werden.
Die Kleingärtner in spe sind frustierter denn je und wollen die Brocken hinschmeißen. Nur noch 31 Mitglieder verbleiben.

1980: Der Baubeginn wird weiter verschoben. Endlose Diskussionen in den verschiedenen Gremien über Zufahrten, Kosten, Abwasser, Lärmbelästigung usw. lassen nur noch 21 Mitglieder ausharren. Die Ratsfraktion der FDP schätzt die von den Bewerbern aufzubringenden Kosten pro Parzelle auf 10.000 bis 15.000 DM und bezweifelt, ob dann die Anlage überhaupt noch Sinn macht.

02.02.1981: Jetzt hat man es Schwarz auf Weiß. Seit dem 29.01.81 ist der KGV Gut Grün Pächter der Anlage im Sundern. Zwar sind von ehemals 66 Mitgliedern nur noch 19 übriggeblieben, aber man ist zuversichtlich, im September den ersten Bauabschnitt mit 32 Gärten beginnen zu können; bis dahin will die Stadt die Erschließung des Geländes (Hauptweg, Kanal, Parkplatz) erledigt haben. Der Verein muss sich verpflichten, die Kosten in Höhe von 350.000 DM für die allgemeine Anlage (Wasser, Strom, Umzäunung, Begrünung, Spielplatz etc.) für 107 in der Endphase geplante Parzellen zu übernehmen. Der pro Pächter anfallende Anteil von 3.000 DM kann durch Eigenleistung verringert werden. Die anfallenden Aufgaben werden von den Gruppenleitern, Rolf Hennemann - Strohm, Bernd Schipnik - Wasser, Günther Pfeiler - Umzäunung, organisiert.
1. Vorsitzender des KGV ist übrigens mittlerweile Heinz Udo Starosta und sein Vertreter heißt Günther Pfeiler.

04.05.1981: Die sogenannte Baubude wird errichtet, um Material lagern zu können und auch, um einen eigenen Treffpunkt zu haben.

10.07.1981: Bei der Versammlung im Vereinslokal "Zur Schützenburg" werden den 44 Mitgliedern zwei Haustypen mit jeweils 26 qm und Dachneigungen von 35 Grad (37 Stück) und 20 Grad (7 Stück) vorgestellt. Alle haben einen großen Raum, Windfang, Abstellraum, Kochecke und WC.
Am 19.09.81 sollen 41 Parzellen verlost werden, 3 bleiben den Besitzern aus der ehemaligen Laubenkolonie erhalten, die dem Verein beigetreten sind.

19.09.1981: In der Schützenburg findet die Verlosung statt. In der Reihenfolge der Mitgliedsnummern ziehen die Pächter ihr Grundstück aus einem Hut. Sie haben jetzt 14 Tage Zeit, evtl. untereinander zu tauschen; dann sollen die Pachtverträge abgeschlosssen werden. Nach dieser großen Anspannung steht nun das bessere Kennenlernen auf dem Programm, unterstützt von der heißen Musik des Volme-Duos aus Hagen-Dahl.

13.11.1981: Aufgrund der schlechten Wetterlage im Spätsommer musste die Stadt die Arbeiten im freien Gelände unterbrechen, dafür konnte der Ausbau des Sunderwegs zu einer Baustraße fertiggestellt werden. Zur Zeit wird die Zuwegung zur Anlage mit Schotter befestigt. Jedes Mitglied wird per Satzung zur Gemeinschaftsarbeit verpflichtet. Unentschuldigtes Fehlen wird mit 25 DM pro Stunde berechnet.

22.01.1982: Nachdem der Schnee weggetaut ist, kann die Gemeinschaftsarbeit fortgesetzt werden. Es wird überlegt, für den Aushub der ca. 1,4 km Gräben einen Bagger anzuschaffen, der anschließend auch jedem Pächter für fünf Stunden zur Verfügung stehen soll. Die Reihenfolge wird durch Los ermittelt.

22.03.1982: In einer offiziellen Veranstaltung wird die Gartenanlage von der Stadt an den Verein übergeben Bürgermeister Helmut vom Schemm pflanzt zu diesem Anlass eine Akazie (eine Kastanie ist zur Zeit nicht zu bekommen).

26.07.1982: Nachbarschaftshilfe ist bei "Gut Grün" mehr als ein Schlagwort. Alle Gärtner stürzen sich in die Arbeit.
Die zu Baggerfahrern bestimmten Mitglieder Helmut Niggeloh und Dieter Wortmann haben bereits den größten Teil der Strom- und Wassergräben gezogen, sowie Fundamente für die Häuser ausgehoben.

04.08.1982: Der erste Richtkranz weht über der grünenden Gartenanlage und die ersten Möhren und Kohlrabi wurden schon geerntet.

Es schlummern sicher einige interessante Bilder in fast vergessenen Alben,
oder auch besondere Anekdoten und Anekdötchen in der Erinnerung.

Wer aus dieser Gründerzeit etwas beisteuern möchte, ist herzlich dazu eingeladen.