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50 Jahre Gemeinschaft, Garten und ein Stück zuhause

Gruppenfoto 50 Jahre Gut Grün

Ein halbes Jahrhundert Kleingärtnerverein Gut Grün Gevelsberg –
das musste gefeiert werden. Auf der Anlage im Sundern blickten die Mitglieder mit ihren Gäste dabei auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurück. „Bekanntlich ist ja aller Anfang schwer“, sagte der 1. Vorsitzende Jens Nawroth und fügte hinzu, dass es von der guten Idee bis hin zum ersten Spatenstich viele Hürden zu überwinden gab.

Es war am 12. November 1976, als im Rahmen einer Bürgerversammlung vom SPD-Ortsverein Vogelsang die Idee geboren wurde, neben dem Kleingärtnerverein Gevelsberg-Vogelsang einen weiteren Kleingartenverein in Gevelsberg zu gründen. Der Auslöser dafür: die sehr große Nachfrage aus der Bürgerschaft nach Gartenparzellen. „Die Anlage am Kirchwinkel hatte jedoch keinerlei freie Kapazitäten mehr.“ Einen Monat später, am 10. Dezember 1976, fand unter der Leitung von SPD-Ratsherr Heinz-Walter Lingemann im Westfalensaal bei Marlinghaus eine Gründungsversammlung statt, bei der die anwesenden 29 Bürgerinnen und Bürger den Initiator Friedhelm Lazarus zum ersten Vorsitzenden des bis dato noch namen- und standortlosen Vereins wählten. „Offiziell vollzogen haben wir die Vereins-gründung am 26. Januar 1977“, so Nawroth. 36 Anwesende entrichten 20 DM Aufnahmegebühr und wurden damit die ersten „richtigen“ Mitglieder. Unter dem Namen „Kleingärtnerverein Gut Grün Gevelsberg“ wurde man am 28. Juni in das Vereinsregister eingetragen. So weit, so gut. Stand jetzt nur noch die Frage im Raum, wo siedeln sich die Gartenfreunde an.

Kleingärtnerverein Gut Grün Gevelsberg e.V.

Alle waren zuversichtlich, auf einem von der Stadt favorisierten Grundstück im Westfeld – Krabbenheider Bach binnen kürzester Zeit den ersten Spatenstich vollziehen zu können. Nach Einsprüchen des Ruhrverbandes und der unteren Naturschutzbehörde wurde der Standort jedoch ad acta gelegt. Da kein weiteres eigenes Grundstück zur Verfügung stand, prüfte die Stadt den Ankauf für 85.000 qm Land im Sundern, auf dem bereits eine Laubenkolonie stand, die man mit einbeziehen wollte. „Was folgten waren endlose Diskussionen in den verschiedenen Gremien über Zufahrten, Kosten, Abwasser, Lärmbelästigung usw“, schilderte der 1. Vorsitzende, die alle weiterhin ausharren ließen. Am 29.01.1981 hatte man es dann endlich Schwarz auf Weiß: der Kleingärtnerverein Gut Grün Gevelsberg wurde zum Pächter der Anlage ernannt, der Bau einzelner Parzellen konnte beginnen. In einer offiziellen Veranstaltung wurde die Gartenanlage am 22. März 1982 von der Stadt an den Verein übergeben und Bürgermeister Helmut vom Schemm pflanzte zu diesem Anlass eine Akazie.

Luftaufnahme

Seit 50 Jahren grünt und blüht es in den Parzellen vom Kleingärtnerverein
Gut Grün Gevelsberg, die von Hobby-Gärtnern das ganze Jahr über
liebevoll bewirtschaftet werden.

Heute besteht die Anlage aus 62 Parzellen, die alle individuell gestaltet und gepflegt werden. Zudem verfügt man über ein Vereinsheim, das für Feiern und Veranstaltungen gemietet werden kann. „Ein Kleingartenverein besteht nicht einfach nur aus Gärten. Er besteht aus Menschen“ machte Jens Nawroth deutlich und erinnerte zugleich an die vielen Generationen von Pächterinnen und Pächtern, die über Jahrzehnte die Gärten bewirtschaftet, die Anlage gepflegt und sich ehrenamtlich engagiert haben. Was heute als selbstverständlich erscheine, sei über viele Jahre gewachsen. „Wege, Vereinsheim und die gesamte Anlage sind durch den Einsatz zahlreicher Mitglieder entstanden.“ Laut seiner Aussage, sei der Kleingarten längst mehr als nur ein Stück Land. „Er bietet Ausgleich zum Alltag, Raum für Familien und Freunde und die Möglichkeit, Natur unmittelbar zu erleben.“

Bei schönstem Wetter erlebte man ein Jubiläum, zu dem neben den befreundeten Gartenvereinen vom Vogelsang und aus Homberge auch Bürgermeister Claus Jacobi und seine 1. Stellvertreterin Sonja Quasigroch vorbei schauten und im Namen der Stadt gratulierten. Auch sie würdigten die Gründungsmitglieder und betonten dass ein Kleingarten mehr sei als nur die Möglichkeit sein eigenes Obst und Gemüse anzubauen. „Es ist ein Ort der Geselligkeit.“ Daher ging ein besonderer Dank auch in Richtung der zahlreichen Helferinnen und Helfer, die zum Gelingen des Jubiläumsfestes beitrugen. Besonders erfreut zeigten sich alle, dass man mit Bernd und Brigitte Schipnick zwei immer noch aktive Gründungsmitglieder, die letzten übrigens, ehren durfte.

Feier im Vereinsheim

Der offizielle Teil fiel bewusst kurz aus – schließlich sollte der runde Geburtstag vor allem gemeinsam und in entspannter Atmos-phäre bei Kaffee, Ku-chen, einem leckeren Buffet und jeder Men-ge Tanzmusik gefeiert werden. Für die Klei-nen gab es zur Unter-haltung eine Hüpfburg und eine Spieleecke.

Am Ende blieb vor allem eine Erkenntnis: Ein Garten lässt sich anlegen, Wege und Gebäude lassen sich bauen – Gemeinschaft muss wachsen. „Der Kleingärtnerverein Gut Grün Gevelsberg hat dafür in den vergangenen 50 Jahren den Boden bereitet“, sagte Jens Nawroth abschließend. „Nun gilt es, dieses gewachsene Miteinander an die nächsten Generationen weiterzugeben.

André Sicks

 

 

 


 In aller Kürze


Das Vereinsheim kann wieder gemietet werden. Schreiben Sie bitte für alle Anfragen eine Mail an Mike Zweibäumer: vermietung@kgv-gut-gruen.de Weitere Infos unter Vereinsheim mieten.


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